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Tennis in Hamburg

Was ist passiert?

International Kurz notiert

Sabine Lisicki, packt sie es noch einmal? Foto: Jürgen Hasenkopf
Sabine Lisicki, packt sie es noch einmal? Foto: Jürgen Hasenkopf
Comeback: Sabine Lisicki war in die für sie tiefsten Abgründe der WTA Weltrangliste abgetaucht. Die Wimbledonfinalistin von 2011 hatte private, aber auch verletzungsbedingte Probleme, die sie in den letzten zwei Jahren schier verzweifeln ließen. Sabine Lisicki: „Jeder glaubt, ich ruhe mich auf meinen Erfolgen aus. Glaubt mir, ich versuche alles, aus dem Loch herauszukommen. Noch nie habe ich so viel trainiert. Ich fliege überall hin, um Turniere zu spielen, was aufgrund meiner Ranglistenposition unter 300 gar nicht so einfach ist. Manchmal komme ich nicht einmal mehr in die Qualifikation rein. Dabei ist mein Ziel, die Qualifikation für die Australian Open zu schaffen, was bedeuten würde, dass ich am Ende der Saison und bei Meldeschluss für Melbourne mindestens auf Platz 220 stehen müsste. Nur, wie es momentan läuft, wird das wohl nichts werden.“ Dieses verlautbarte die Berlinerin vor der letzten Chance, evtl. doch noch auf den Australian Open Zug aufzuspringen, den Taipei OEC Open. Und sie nutzte die allerletzte Chance des Jahres. Mit einer vom Veranstalter ausgestatteten Wildcard ins Hauptfeld gehievt, spielte sie ihr bestes Tennis in diesem Jahr und verlor erst im Finale gegen die Thailänderin Luksika Kumkhum, Nr. 80 der Weltrangliste. Mit diesem Erfolg sollte sie ca. auf Platz 200 vorgerückt sein und damit das Qualifeld der Australian Open im Januar erreicht haben.

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Länger leben mit Tennis: Dänen lügen nicht. Vor kurzem zeigte eine Studie, die „Copenhagen City Heart Study“, auf, dass Menschen, die Rückschlagsportarten betreiben, angeblich länger leben. Dabei kam Tennis so gut weg, dass Vereine hierzulande überlegen müssten, wieder Aufnahmestopps zu verhängen. Dass diese Studie einen größeren Tennisboom auslösen sollte als mehrere Wimbledonsiege von Alexander Zverev hintereinander, wenn sie denn mehr in die Öffentlichkeit gelangen würde, kann man nicht bestreiten. Daher, lieber DTB, hängt es an die große Glocke. Was immer klar war, war, dass Sport das Leben generell verlängert, wenn man nicht gerade einen Herzschaden hat. Im Vergleich zum einfach so vor sich dahin vegetierenden Homo-Büro-Sapiens haben die mit der Studie befassten Dänen herausgefunden, dass Fußballspieler eine erweiterte Lebensdauer von ca. 4,7 Jahren haben, Badmintonspieler sogar 6,2 Jahre und, bitte festhalten, Tennisspieler 9,7 Jahre länger leben. Es ist kein April, insofern könnte man daran glauben. Aber warum haben diese Sportarten im Gegensatz zum Schwimmen (3,4 Jahre), Joggen (3,2 Jahre) und auch der Gymnastik (3,1 Jahre) einen derartigen Lebensvorteil? Hier die Aufklärung vom Autor der Studie, Dr. James O’Keefe: „Für das mentale und physische Wohlbefinden und die Lebensdauer ist unser soziales Netzwerk die wahrscheinlich einzig entscheidende Komponente für ein langes, glückliches Leben. Bei Rückschlagsportarten wie dem Tennis bewegst du dich nicht nur, sondern pflegst soziale Kontakte und bist emotional involviert. Nach dem Sport fühlst du dich zufriedener und relaxter als nach einem Training, das du allein durchführst. Beim Tennis wird der kindliche Spieltrieb geweckt. Du kannst nicht Tennis spielen, ohne dich wieder wie ein Kind zu fühlen. Es ist einfach nur purer Spaß.“ Besser geht es doch wohl nicht, wobei purer Spaß bei einigen unserer tennisspielenden Mitmenschen nicht so richtig rüberkommt. Und zufriedener fühlt man sich doch erst, wenn man sein Match siegreich beendet hat oder freut man sich ebenfalls bei einer Niederlage? Bedeutet dies nicht auch, dass nur 50%, also die Siegreichen, 9,7 Jahre länger leben?

Ralf Weber, Vorstandschef der Gerry Weber AG und Turnierleiter der Gerry Weber Open, mit seinem Vater, Gerhard „Gerry“ Weber. Foto: Jürgen Hasenkopf
Ralf Weber, Vorstandschef der Gerry Weber AG und Turnierleiter der Gerry Weber Open, mit seinem Vater, Gerhard „Gerry“ Weber. 
Foto: Jürgen Hasenkopf
Volker Jäcke (l), Turnierdirektor der Brauschweig Open, nahm die Auszeichnung des besten Challenger Turniers in Mailand entgegen. Foto: NTV
Volker Jäcke (l), Turnierdirektor der Brauschweig Open, nahm die Auszeichnung des besten Challenger Turniers in Mailand entgegen. Foto: NTV
Krise in Halle: Den Tennisfans zog der Schreck in die Glieder. Erst kündigte der Gerry Weber Konzern der Herren Mannschaft des TC BW Halle (5-maliger deutscher Meister) die Gelder, was den Rückzug aus der Tennis Bundesliga bedeutete. Dann kamen Gerüchte auf, dass der Gesamtkonzern in die Krise gerutscht sei und sämtliche Ausgaben auf den Prüfstand kommen. Immerhin zahlte die Gerry Weber AG zuletzt dem Bundesligisten eine fünfstellige Summe, aus dem Weber Imperium kam eine zusätzliche sechsstellige Summe obendrauf. Die beiden Gelder lösen nun wahrscheinlich keine größere Krise in einem Millionenkonzern aus, aber die AG zahlt für die Namensrechte der Gerry Weber Open pro 5-Jahres Vertrag einen Sponsor Betrag von Euro 21,5 Millionen, demnach Euro 4,3 Millionen im Jahr. Da kommen die Banken ins Grübeln, wenn es mal nicht so gut läuft. Der Vertrag endet – nach der Verlängerung im vergangenen Jahr – 2022. Zurzeit bewerten Experten die Lage und wollen in Kürze Sanierungsmaßnahmen bekanntgeben. Bei Aktionärsversammlungen rumorte es schon länger. Dort wurde immer wieder infrage gestellt, was ein Herrenturnier mit einem Damenmode Bekleider zu tun hätte. Der Vertrag von Vorstandschef Ralf Weber, gleichzeitig Turnierdirektor der Gerry Weber Open, endet Mitte 2019. Die Presseabteilung des Turniers lässt sich aber nicht abschrecken und verkündete in einem Presseverteiler, dass sich Alexander Zverev bereits auf die 26. Gerry Weber Open im Juni freut. Vielleicht wendet sich alles zum Guten.

Doppelteam des Jahres: Oliver Marach und Mate Pavic. Foto: Jürgen Hasenkopf
Doppelteam des Jahres: Oliver Marach und Mate Pavic. Foto: Jürgen Hasenkopf
Most improved Player: Stefano Tistsipas. Foto: Jürgen Hasenkopf
Most improved Player: Stefano Tistsipas. Foto: Jürgen Hasenkopf

Award: Zum 5. Mal wurde das Challenger Turnier von Braunschweig zum „Besten“ des Jahres gewählt. Die Ehrung fand während der Next Generation Veranstaltung in Mailand statt. Für Turnierdirektor Volker Jäcke wird es langsam zur Gewohnheit, sich einmal im Jahr den Pott, bzw. die Schale abzuholen. Seit 1994 findet das Turnier der ATP Challenger Serie statt und hat vor allem in den vergangenen Jahren prominente Sieger hervorgebracht. Darunter Florian Mayer, Alexander Zverev und in diesem Jahr Yannik Hanfmann, der im Finale den Slowaken Josef Kovalik in drei Sätzen bezwingen konnte. Was macht dieses Event so interessant, dass die Spieler dieses kleine Turnier jeweils zum Besten weltweit wählen? Ähnlichkeiten hat es auf jeden Fall mit den Gerry Weber Open in Halle. Für die Spieler wird alles getan, um sie bei bester Laune zu halten, und für die Besucher gibt es, außer dass sie sich Weltklassetennis anschauen können, ein Beiprogramm, das dem von Halle nicht nachsteht. So ist jeden Abend Showtime. Und das bereits am Qualifikationswochenende, in diesem Jahr mit keinem Geringeren als Johannes Oerding. Braunschweig ist einen Besuch wert, der Termin für 2019 steht: 4.-13. Juli.

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ATP Auszeichnungen 2018: Die ATP World Tour Awards beinhalten verschiedene Auszeichnungen, darunter den Stefan Edberg Sportsmanchip Award. Zum zweiten Mal in seiner Karriere wurde Rafael Nadal ausgezeichnet. Er überzeugte die Mitspieler mit seiner alles übertreffenden Fairness und auch mit seinen zahlreichen Aktivitäten abseits des Platzes. Weitere Spieler wurden in folgenden Kategorien geehrt (irgendwie fehlt Alexander Zverev, oder gibt Ralf Weber, Vorstandschef der Gerry Weber AG und Turnierleiter der Gerry Weber Open, mit seinem Vater, Gerhard „Gerry“ Weber. Volker Jäcke (l), Turnierdirektor der Brauschweig Open, nahm die Auszeichnung des besten Challenger Turniers in Mailand entgegen. Most improved Player: Stefano Tistsipas. Doppelteam des Jahres: Oliver Marach und Mate Pavic. Coach: Marian Vayda (von Novak Djokovic); meist verbesserter Spieler: Stefanos Tsitsipas; bester Newcomer: Alex de Minaur; beliebtester Spieler bei den Fans: Roger Federer. Auch Turniere wurden ausgezeichnet. Bei den 1.000er Masters: Indian Wells (mit Tommy Haas als Turnierdirektor); 500er: Queens Club London und bei den 250er: Stockholm.

Haben bereits für Charleston gemeldet, Caroline Wozniaki und Sloane Stephens. Foto: Jürgen Hasenkopf
Haben bereits für Charleston gemeldet, Caroline Wozniaki und Sloane Stephens. Foto: Jürgen Hasenkopf
Foto: Jürgen Hasenkopf 
Foto: Jürgen Hasenkopf 


Bester Schlag? Seit langem vorne dabei und – vor den Zeiten eines Alexander Zverevs – ohne Konkurrenz sind bekanntermaßen die drei Grand Slam Rekordsieger Roger Federer, Rafael Nadal und Novak Djokovic. Haben diese drei aber auch die besten Schläge oder „nur“ die besten Köpfe? Die New York Times befragte zehn aktive Spieler sowie 25 Experten, darunter Trainer und ehemalige Athleten. Heraus kam: Roger Federer führt in den Kategorien beste Vorhand, bestes Netzspiel und gefühlvollstes Händchen. Novak Djokovics hat die sicherste beidhändige Rückhand, die beste Beweglichkeit und den stärksten Return. Rafael Nadal besitzt die gefährlichsten Passierbälle, die beste Ausdauer sowie die stärksten mentalen Fähigkeiten. Die „Top Drei“ grasen damit zwei Drittel der abgefragten Teilbereiche ab, für den Rest blieben Stan Wawrinka: einhändige Rückhand, John Isner: erster und zweiter Aufschlag, Juan Martin del Potro: beängstigendster Schlag. Und dann gibt es sogar eine Bewertung über den angeblich komischsten Schlag. Diese Auszeichnung ging an die Vorhand von Ernests Gulbis.

Andy Murray, auf dem Platz ab und zu ein „Stinkstiefel“, neben dem Platz „very normal“. Foto: Jürgen Hasenkopf
Andy Murray, auf dem Platz ab und zu ein „Stinkstiefel“, neben dem Platz „very normal“. Foto: Jürgen Hasenkopf


Fernando Verdasco, der böse Bube für alle Ballkinder. Foto: Jürgen Hasenkopf 
Fernando Verdasco, der böse Bube für alle Ballkinder. Foto: Jürgen Hasenkopf 
WTA Charleston: WTA Turniere kämpfen ums Überleben, nicht alle, aber viele. Grund sind die ständig steigenden Ausgaben, mit denen sich die Turnierdirektoren gegenseitig das Leben schwer machen, weil jeder den anderen „übertreffen“ bzw. natürlich die besten Spielerinnen für ihr Turnier an Land ziehen möchten. Charleston ist eins der besonderen Art, ähnlich wie Linz/Österreich, das von vielen Stars der WTA Szene wegen seiner Individualität angezogen wird. Seit 1973 findet es statt, ist mit US $ 800.000 dotiert und hat den Vorteil, gleich in der Anschlusswoche der beiden „Großen“, Indian Wells und Miami, zu liegen. Drei deutsche Siegerinnen gab es bisher im Land der unbegrenzten Möglichkeiten, Sabine Lisicki in 2009, Andrea Petkovic in 2014 und Angelique Kerber 2015. Und unbegrenzt sind für die kommenden fünf Jahre die finanziellen Möglichkeiten. Kommt doch einfach ein Milliardär in Gestalt von Ben Navarro daher, sichert sich die Turnierrechte und hält das Turnier nicht nur am Leben, sondern wird es sicherlich „ausbauen“. WTA Boss Steve Simon ist natürlich begeistert. Die beiden ersten prominenten Spielerinnen haben auch bereits gemeldet, US Open Siegerin 2017 Sloane Stephens und Australian Open Siegerin 2018 Caroline Wozniaki sind dabei. Navarro, CEO der Sherman Financial Group, ist großer Sportfan und besitzt neben weiteren Sportanlagen den Mount Pleasant Tennis Club, in dem regelmäßig USTA und ITF Jugendturniere stattfinden. Gibt es in Deutschland eigentlich keine Millardäre??

Nerv 1: Warum das ewige Handtuchverlangen der Profis nach beinahe jedem Ballwechsel, auch nach einem Ass oder Doppelfehler noch nicht anderweitig geregelt wurde, versteht langsam keiner mehr. Die Diskussionen darüber, ob die Ballkinder dafür zuständig sind oder nicht, den Spielern ihre nach einer gewissen Spielzeit nicht mehr ganz „sauberen“ Handtücher zu reichen, sind seit längerem in Gang. Nur, außer einem „Test“ bei den Next Generation in Mailand, wo jeder Spieler für sein Handtuch selbständig verantwortlich war, passiert nichts. Immer mehr Tennis Prominenz, die zugegebenermaßen nicht selbst mehr auf dem Platz steht, schüttelt den Kopf und verlangt, die Ballkinder von dieser unhygienischen Tätigkeit zu entbinden. So Judy Murray, Mutter von Andy Murray. Sie hat ihre Meinung der ATP und WTA klar gemacht: „Warum gibt es immer noch keine Regel, dass die Spieler sich selbst um ihre Handtücher kümmern und die Ballkinder einfach nur ihrem normalen Job nachgehen können.“ Zum Badboy der Handtuchszene ist unlängst Fernando Verdasco aufgestiegen. Nun ist der Spanier sowieso nicht einer der beliebtesten Spieler bei den Ballboys und Girls. In Shenzen/ China machte er einen Balljungen, der ihm nicht schnell genug sein Handtuch reichte, aber derart schlimm an, dass dieser kurz vorm Weinen stand. Verdasco wollte hinterher die Szene kleinreden: „Der Junge sprach kein Wort Eng lisch und ich kein chinesisch. Ich musste ihn mehrmals auffordern, endlich tätig zu werden. Und alle Ballkinder machen dies gern und haben keine Probleme damit.“ Wenn er sich da mal nicht irrt. Einer der wenigen Profis, der meist überhaupt kein Handtuch mit auf den Platz nimmt, sondern nur beim Seitenwechsel benutzt, ist im Übrigen Alexander Zverev.

Jan Lennard Struff und Jens Pütz ziehen sich zur Beratung zurück. Foto: Jürgen Hasenkopf
Jan Lennard Struff und Jens Pütz ziehen sich zur Beratung zurück. Foto: Jürgen Hasenkopf
Rafael Nadal plädiert für nur noch einen Aufschlag. Foto: Jürgen Hasenkopf
Rafael Nadal plädiert für nur noch einen Aufschlag. Foto: Jürgen Hasenkopf
Fortbewegung: Es gibt noch bescheidene Profis. Andy Murray fährt zum Beispiel immer noch seinen ersten Wagen, einen mittlerweile in die Jahre gekommen VW Polo. Der Schotte äußerte sich gegenüber tennisnet.com lobend für sein altes Vehikel. „Ich habe zwar auch einen Jaguar IPace, ein Elektrik Auto, aber in beide passen meine Taschen und Schläger bequem rein. Den Jaguar habe ich von einem Sponsor bekommen, sonst hätte ich wahrscheinlich immer noch nur den Polo. 2009 habe ich mir in einem Anflug von Wahnsinn, aber auch unter dem Druck von Kollegen, einen Ferrari zugelegt. Den habe ich nach ein paar Wochen zurückgegeben. Ich fühlte mich wie ein Trottel.“

Reformen: Nachdem das letzte Finale des Davis Cups ad acta gelegt wurde, richtet sich der Blick nach vorn. 2019 wird die von den TOP Spielern verlangte Zeit der Regeneration am Ende einer Saison noch einigermaßen stattfinden können. Natürlich außer den Spielern, die im neugeschaffenen Modus noch Ende November nach dem Masters den neuformierten Davis Cup ausspielen. Ob es aber in 2020 was wird mit der Erholung am Ende des Jahres, ist schleierhaft. Dann gibt es neben den normalen Turnieren und den Grand Slams, den ATP Cup vor den Australian Open, den Davis Cup Ende November, davor das Masters, davor den Laver Cup und das olympische Tennisturnier. Kondition wird gefragt sein in 2020

Nerv 2: Die Handtuchdiskussion kommt also in Gang. Nervig für die Zuschauer sind zwei weitere Mätzchen, die den von der ATP/WTA so dringend gewollten Spielfluss unterbrechen. Zum einen sieht man, dass sich die Profis vor jedem Aufschlag statt der zwei benötigten bis zu fünf, aber auch sechs Bälle zuwerfen lassen, diese einige Sekunden intensiv studieren und dann die nicht benötigten, als wenn sie eine ansteckende Krankheit hätten, schnell hinter sich werfen, ab und zu sogar in Richtung des Ballkindes. Das kommt nicht gerade freundlich rüber. Ist wahrscheinlich als weiterer Zeitgewinn zur Regeneration zwischen den Ballwechseln ohne zeitliche Ahndung des Schiedsrichters gedacht. Zum anderen unterhält Doppel mit seinen vielen tollen Ballwechseln die Zuschauer aufs Beste. Was anfängt, gewaltig zu nerven, ist die ewige Absprache der Spieler vor dem Ballwechsel; wohin aufgeschlagen wird, wer wohin kreuzt oder wer einfach nur auf seiner Seite stehen bleibt. Was früher mit zwei Handzeichen hinter dem Rücken des Netzspielers einfachst geregelt wurde – Hand auf bedeutete, ich laufe rein, Hand geschlossen, ich bleibe auf meiner Seite –, bedarf heutzutage einer ausführlichen Konferenz. Dazu treffen sich nach jedem Ballwechsel beide Doppelpartner ein paar Meter hinter ihrer Grundlinie, drehen ihren Gegnern den Rücken zu und halten obendrein einen Ball vor den Mund, um einem eventuellen Lippenleser auf der anderen Seite des Netzes jede Chance aufs Ablesen zu nehmen. Wie ein Spanier, Kasache, Australier oder Israeli einen z. B. niederösterreichischen Dialekt aus ca. 12 Metern Entfernung verstehen soll, ist schwer nachzuvollziehen.

Die Auszeichnung des komischsten Schlages ging an die Vorhand von Ernest Gulbis. Foto: Jürgen Hasenkopf
Die Auszeichnung des komischsten Schlages ging an die Vorhand von Ernest Gulbis. Foto: Jürgen Hasenkopf
Juan Martin del Potro hat den beängstigendsten Schlag, was immer dies bedeutet. Foto: Jürgen Hasenkopf
Juan Martin del Potro hat den beängstigendsten Schlag, was immer dies bedeutet. Foto: Jürgen Hasenkopf
Regeländerung: Während des nach ihm benannten Laver Cups in Chicago brachte Rod Laver eine seit längerem angedachte Regeländerung ins Spiel. Laver: „Wenn ich hier gegen John Isner hätte spielen müssen, könnte ich wahrscheinlich viele seiner Aufschläge nur als Schmetterball zurückspielen. Die kleineren Spieler unter uns sind bei den Aufschlägen klar benachteiligt, evtl. sollten die Regeln für die Zukunft dahingehend geändert werden, dass es nur noch einen Aufschlag gibt.“ Wer iher einzige Untergrund heutzutage, um noch einen Ballwecm gleich zur Seite sprang, war Rafael Nadal: „Ich vermisse das Tennis von früher mit seinen Finessen. Dhsel richtig aufzubauen, ist Sand. Auf allen anderen Bodenbelägen, ob Gras, Hardcourt oder Teppich kannst du beinahe alles Taktische vergessen, da Tennis zu schnell geworden ist. Die Spieler werden außerdem immer größer und wer nicht zuerst „ballert“, hat verloren. Das ist nicht schön anzusehen für die Zuschauer, vielleicht sollte man den zweiten Aufschlag abschaffen.“ Das dürfte John Isner und allen größeren Spielern nicht gefallen. Die werden wahrscheinlich dagegen halten mit der Forderung, dass die kleineren Spieler – wie z. B. ein Diego Schwartzmann –, die im Gegensatz zu ihresgleichen sehr schnell auf den Beinen sind, ein paar Gewichte zur Minderung ihrer Schnelligkeit mit sich herumtragen müssten.

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