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Basler AG in Ahrensburg: Das heimliche Silicon Valley von Stormarn

Die Basler AG in Ahrensburg hat es mit ständiger Weiterentwicklung zum Global Player gebracht

Personalleiterin Anja Sievers-Sack und Marketingvorstand Arndt Bake. Fotos (2): Petra Sonntag
Personalleiterin Anja Sievers-Sack und Marketingvorstand Arndt Bake. Fotos (2): Petra Sonntag
Eins der meistverkauften Produkte, mit denen das Unternehmen weltweit führend ist, ist nicht größer als ein Golfball. Andere passen gar auf einen Daumennagel – und erschließen doch Welten in der Fabrikautomation, der Medizin, der Logistik, im Verkehr und in vielen anderen Bereichen. Die Basler AG verleiht Maschinen und Systemen die Fähigkeit, zu sehen. Sie entwickelt hochwertige Kameras (samt Zubehör), die Diagnosen in der Augenheilkunde, der Pathologie oder der Zahnmedizin ermöglichen, die helfen können in der Laborautomation und Mikroskopie, bei der automatischen Kennzeichenerkennung, bei industriellen Inspektionslösungen, in Sortierverfahren und zur Gebäude- oder Verkehrsüberwachung oder für Sicherheit in Spielkasinos sorgen. Seit 1988 arbeitet das Familienunternehmen daran, Bildverarbeitung für verschiedenste Anwendungen ein zusetzen – wohlwissend, dass das digitale Auge schneller und präziser arbeitet als es das mensch liche Auge je könnte: Baslers Digitalkameras erreichen Geschwindigkeiten von bis zu 164 Bilder pro Sekunde. Die meisten der jährlich rund 450.000 Kameras werden am Stammsitz in Ahrensburg, wo 670 Mitarbeiter tätig sind, gefertigt.
  
Wohnart
Hinzu kommen Niederlassungen in Hamburg und Neumünster sowie in den USA, China, Singapur, Korea, Taiwan, Japan und Malaysia mit insgesamt rund 230 Beschäftigten. Auch wenn Basler nur zehn Prozent Bestsellernseiner Produkte in Deutschland absetzt, schätzt das Unternehmen den Produktionsstandort Stormarn sehr. „Die Kombination von Entwicklung und Fertigung hier vor Ort ist für uns sehr wichtig und bietet einen größeren Vorteil als die Kostenersparnis durch Fertigung in Asien“, sagt Marketingvorstand Arndt Bake. „Wir haben einen hohen Automationsanteil, der Personalkostenanteil ist nicht so hoch.“
  
Von hier in alle Welt: die Zentrale an der Strusbek
Von hier in alle Welt: die Zentrale an der Strusbek
Die ace-Kameraserie gehört zu Baslers Bestsellernseiner
Die ace-Kameraserie gehört zu Baslers Bestsellernseiner
Dass Basler heute Weltmarktführer ist, dazu trug auch der Pioniergeist des Firmengründers und heutigen Aufsichtsratsvorsitzenden Norbert Basler bei. Gemeinsam mit Stefan Berendsen entwickelte er 1988 im Lübecker Technikzentrum zunächst Systeme zur CD-Inspektion. Doch schnell nahm der Zwei-Mann-Betrieb Fahrt auf. Basler entwickelte Scanner, zog 1999 nach Ahrensburg und ging an die Börse. 2009 dann, von der weltweiten Finanzkrise erschüttert, stellte Basler sich um vom Systemhersteller zum reinen Kameraanbieter. „Die ständige Bereitschaft zum Wandel ist ein entscheidender Erfolgsfaktor“, sagt Arndt Bake. „Die Innovationsbereitschaft unserer Mitarbeiter ist hoch.“ Vieles von dem, was heute als Schlüssel zur erfolgreichen digitalen Transformation von Unternehmen gilt, wird bei Basler schon lange gelebt. „Bei uns herrscht Vertrauen und Transparenz auf allen Ebenen, große Offenheit, Mut zur Erneuerung, eigenverantwortliches Arbeiten und eine hohe Fehlertoleranz. Wir gehen offen mit Fehlern um. Dazu gehört auch, dafür Verantwortung zu über nehmen“, sagt Personalleiterin Anja Sievers-Sack. Gleichwohl erfährt auch die Organisation von Basler im Zuge der Digitalisierung eine Transformation. „Seit zwei Jahren gibt es bei uns crossfunktionale Veränderungen“, sagt Bake, der zuversichtlich ist, dass Basler auch der Rezession trotzen wird. Gemeinsam mit anderen Unternehmen entlang der Achse Hamburg–Kopenhagen hat Basler die Arbeitgebermarke „Traumjob im HanseBelt“ entwickelt, um die besten Köpfe für die Nordregion zu gewinnen. Damit auch Stormarn innovativ bleibt. ps

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