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Jersbeker Park zwischen Bargteheide und Bargfeld-Stegen: Ein Relikt barocker Lebensart

In Jersbek pflegt ein Förderverein einen Gutsgarten aus dem frühen 18. Jahrhundert, der in seiner Art in Schleswig-Holstein durchaus selten ist

Der Eingangsbereich des Barockgartens in Jersbek. Durch das Tor zwischen den weißen Säulen geht es in den Park. Rechts: Benedikt von Ahlefeldt, ab 1705 Besitzer des Guts Jersbek, ließ die pompöse Grünanlage errichten. Fotos: Michael Hotze
Der Eingangsbereich des Barockgartens in Jersbek. Durch das Tor zwischen den weißen Säulen geht es in den Park. Rechts: Benedikt von Ahlefeldt, ab 1705 Besitzer des Guts Jersbek, ließ die pompöse Grünanlage errichten. Fotos: Michael Hotze
Er gehört zu den wenigen im Land noch bestehenden Gutsgärten aus der Barockzeit und ist somit ein bedeutendes Natur- und Kunstdenkmal der Region. Seit 1986 steht er darum auch unter besonderem Schutz. Die Rede ist von dem zwischen Bargteheide und Bargfeld-Stegen gelegenen Barockgarten Jersbek oder Jersbeker Park, wie die Anlage heute auch schlicht genannt wird. Angelegt wurde der Park zwischen 1726 und 1740 vom Gutsherrn der holsteinischen Güter Jersbek und Stegen, Benedikt von Ahlefeldt (1678–1757). 1704 hatte der die einzige Tochter des Besitzers der Guts Jersbek, Jasper von Buchwaldt, geheiratet, sodass nach dessen Tod im Jahre 1705 das Gut an ihn ging. Von Ahlefeldt war nicht zufrieden mit den dazu gehörenden Gärten und machte einen der Zeit gemäßen, prachtvollen Park daraus, der fortan zu den schönsten in Schleswig-Holstein zählte. Dieses Ansehen währte jedoch nicht lange. Denn barocke Gärten kamen in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts zusehends aus der Mode und Unterhalt und Pflege der Anlage waren aufwendig und teuer. So wurde der Park mehr und mehr vernachlässigt und verlor schließlich weitgehend seinen Charakter.
  
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Dennoch ist davon auch heute noch einiges er kennbar. Die einst prächtigen Dekorationen gibt es nicht mehr, aber die frühere Aufteilung in Bereiche verschiedenen Bewuchses, die Freiflächen, auf denen einstlustgewandelt wurde, die Lindenalleen und ein Heckengang sind bis heute erhalten geblieben. Nicht zu übersehen ist auch ein aus 9 alten Linden bestehendes Rondell – im vorvorletzten Jahrhundert waren es noch zwölf – das damals den „Grünen Salon“ abgab.

Rekonstruktion des alten Eingangsbereichs

Dass der acht Hektar große Park heute so gut er halten ist und zu anregenden Spaziergängen einlädt, ist in erster Linie dem Förderverein Jersbeker Park e. V., seit 2010 Pächter von Teilen der Grünanlage, zu verdanken. Schwerpunkt der Arbeit des Vereins ist die Erhaltung und Pflege des Alleebaumbestandes, die Vornahme von Ersatzpflanzungen und die Verbesserung des Wegenetzes. 
  
Vor drei Jahren wurden Repliken barocker Vasen aufgestellt
Vor drei Jahren wurden Repliken barocker Vasen aufgestellt
Das 1678 errichtete Torhaus befindet sich neben dem Parkeingang. Es ist – wie das gesamte Gut Jersbek – in Privatbesitz
Das 1678 errichtete Torhaus befindet sich neben dem Parkeingang. Es ist – wie das gesamte Gut Jersbek – in Privatbesitz
Vieles hat man in den letzten Jahren schon erreicht. So wurde ein Flyer mit verschiedenen Rundwegen heraus gegeben und Letztere erhielten Erläuterungstafeln am Wegesrand. Auch hat der Verein Ruhebänke aufgestellt und Parkwege ausgebessert. 2018 wurde außerdem, um die historischen Grundstrukturen wiederherzustellen, der Eingangsbereich neu gestaltet. Möglich wurde all dies durch Spenden und Zuschüsse sowie durch ehrenamtliche Tätigkeit und finanzielle Unterstützung der Vereinsmitglieder selbst.

Der Barockgarten Jersbek ist das ganze Jahr geöffnet. Seine Adresse: Allee 1, 22941 Jersbek. Ein Parkplatz befindet sich schräg gegenüber auf der anderen Straßenseite. Weitere Informationen und Vorschläge zu verschiedenen Rundgängen unter www.jersbeker-park.de mh
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