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Mein Niendorf

wellcome Hamburg Niendorf: Mit dem Baby nicht allein

wellcome unterstützt junge Familien

wellcome-Koordinatorin Gesa Bahr und Familie Piterna vor der Niendorfer Kirche am Markt Foto: kk
wellcome-Koordinatorin Gesa Bahr und Familie Piterna vor der Niendorfer Kirche am Markt Foto: kk
Zum Glück kannte Lena Piterna wellcome schon aus ihrem Studium der Bildung und Erziehung in der Kindheit. Auch bei ihrem Praktikum in der SchreiBaby-Ambulanz wurde wellcome als Anlaufstelle für junge Eltern sehr empfohlen.

„Als ich dann selbst nicht mehr weiter wusste, habe ich mich direkt an wellcome gewandt.“

Lena Piternas Kinder haben einen Altersunterschied von nur 15 Monaten. Als die Entbindung des jüngeren anstand, hatte ihr Mann gerade eine neue Arbeitsstelle angetreten, konnte keinen Urlaub nehmen und war zu allem Überfluss auch noch auf Dienstreise.

„Der Gedanke, dass ich mit Kind und Wehen allein Zuhause bin, hat mich total überfordert. Und auch die Zeit danach machte mir Sorgen. Von der ersten Zeit mit Baby wusste ich noch, dass die Kleinen ja zuerst quasi auf einem wohnen. Da wusste ich nicht, wie ich meiner Einjährigen gerecht werden soll, wenn ihr Bruder da ist.“
  
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Nachbarschaftshilfe

Wenn plötzlich alles zu viel wird, ist wellcome zur Stelle. Die Non-Profit-Organisation ist der Kirchengemeinde Niendorf angegliedert, die ein Zuhause für vielfältiges ehrenamtliches Engagement ist. Gestandene Frauen, deren eigene Kinder meist längst selbstständig sind, unterstützen junge Familien ein- bis zweimal pro Woche. „Das Gefühl, ich bin nicht ganz allein, es guckt auch mal jemand auf meine Bedürfnisse, macht einen großen Unterschied“, erklärt wellcome-Koordinatorin Gesa Bahr. 
  
Die Ehrenamtlichen betreuen auch ältere Geschwister und lesen in Ruhe vor Foto: gettyImages
Die Ehrenamtlichen betreuen auch ältere Geschwister und lesen in Ruhe vor 
Foto: gettyImages
„Ich finde es gut, wenn Eltern für sich sorgen. Kein Kind hat etwas von völliger Überforderung.“ Ob Friseurbesuch oder Spazierengehen, Aufräumen oder einen Kaffee trinken, der noch nicht kalt geworden ist: Alles, was im weitesten Sinne zur Selbstfürsorge gehört, ist ein Fall für wellcome. Die Ehrenamtlichen betreuen bei ihren Einsätzen nicht nur die Neugeborenen, sie gehen auch mal mit älteren Geschwistern auf den Spielplatz, lesen in Ruhe vor oder begleiten Familien beim Einkaufen – was eben gerade so ansteht. Nicht gedacht ist die Unterstützung jedoch als Betreuungsangebot, um einer beruflichen Tätigkeit nachzugehen, betont Gesa Bahr.

Auf absehbare Zeit

wellcome-Einsätze sind zunächst auf drei Monate angelegt und generell nur im ersten Lebensjahr möglich – viele Kinder kommen danach ohnehin in die Krippe oder zur Tagesmutter. Wenn die Familien über die erste Zeit hinaus Unterstützung brauchen, ist wellcome Netzwerkpartner und hilft etwa bei der Suche nach einem Kita-Platz oder einem Babysitter. Bei Familie Piterna hat sich bereits nach rund acht Monaten zu viert alles eingependelt, berichtet Mama Lena: „Jeder hat seinen Platz in der Familie gefunden - wie bei einem Mobile.“
  
Eine Erfolgsgeschichte

2002 wurde wellcome von der Sozialpädagogin Rose Volz-Schmidt, die dafür mit dem Bundesverdienstkreuz geehrt wurde, in Hamburg gegründet. Bereits ein Jahr später nahm Gesa Bahr ihre Arbeit als Niendorfer Koordinatorin auf. Aktuell gibt es rund 250 Standorte im deutschsprachigen Raum. Ehrenamtliche begleiten das Leben junger Familien in seiner ganzen Bandbreite. Ihre Fahrtkosten werden erstattet. Familien zahlen für die wellcome-Einsätze üblicherweise fünf Euro pro Stunde. Ermäßigungen werden auf Vertrauensbasis – ohne Belege – gewährt. Damit dies möglich bleibt, sind sowohl Spenden als auch Ehrenamtliche immer willkommen. kk

Weitere Infos unter www.wellcome-online.de
  
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